FFW Pfaffenreuth

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FFW Pfaffenreuth

Geschichte von Pfaffenreuth

 

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Vorbemerkung: Im Zug der Gebietsreform wurde das bisher zur oberpfälzischen Gemeinde Lengenfeld II gehörende Dorf Pfaffenreuth 1976 in die Stadt Marktredwitz eingemeindet. Dadurch wurde eine alte enge Verbindung wieder hergestellt, welche schon von 1391 bis 1816 bestanden hatte.

Der Ortsname Pfaffenreuth, der auf ein von Mönchen gerodetes Land hinweist, wurde nach bisherigen Forschungsergebnissen zum Ersten Male in einer Urkunde des Bischofs Kuno I. von Regensburg vom Jahr 1130 erwähnt. In diesem Dokument bestätigte der Bischof die beträchtlichen Schenkungen von Land und Gütern, die Markgraf Diepold II. von Vohburg, Cham, Neuburg und Eger dem Stift Waldsassen im Jahr 1128 gemacht hatte. Markgraf Diepold starb als Mönch in dem von ihm gegründeten Kloster Reichenbach am 8. April 1146.

Das Gut Pfaffenreuth ist auch in einem Verzeichnis der Stadt Eger vom Jahr 1213 genannt, in dem die der Stadt Eger durch Kaiser Friedrich II. entzogenen und an den Pfalzgrafen Ludwig verpfändeten Güter und Dörfer namentlich aufgeführt sind. Als Böhmenkönig Ottokar das Stiftland eigenmächtig unter seinem Schutz stellte, befand sich darunter auch das Gut Pfaffenreuth. Ottokar wurde aber im Jahr 1278 durch das Heer des Kaisers Rudolf von Habsburg besiegt, worauf die widerrechtlichen übernommenen Gebiete an das Reich zurückfielen.

Auch Kaiser Ludwig der Bayer verpfändete deutsches Land und zwar die Stadt Eger mit dem Egerland und Stiftland im Jahr 1318 an Böhmenkönig Johann. Unter den 74 verpfändeten Dörfern befand sich auch Pfaffenreuth.

Etwa ein Jahrzehnt später war Hainel von Trautenberg auf Schloß Reuth ( bei Erbendorf ) mit seinem Bruder Engelhart Besitzer des Afterlehens Pfaffenreuth. Sie verkauften es aber im Jahr 1330 an Cuntz, Friedrich und Dietrich von Welsau um 17 Pfund Heller. Der nachfolgende Besitzer von Pfaffenreuth war der Egerer Bürger Hermann Heckel, von dem es der Rat zu Redwitz im Jahr 1391 um 77 Schock großer, ganzer, guter Silberpfennige käuflich erwarb.

Damit bekamen die Pfaffenreuther, die seit Jahrhunderten Untertanen der Ritter von Rebitz waren, eine neue Obrigkeit, aber auch einen Schutzherrn.

Zwischen Redwitz und Pfaffenreuth bestanden seit früher Zeit enge Verbindungen. Auch die Kirche zu Pfaffenreuth, die um 1698 aus einer alten katholischen Wallfahrtskapelle "Zu den 14 Nothelfern" neu erbaut worden war, gehörte zum Redwitzer Kirchensprengel. Der Redwitzer Pfarrer hielt jährlich am Ostermontag in Pfaffenreuth eine Predigt, später auch am Pfingstfeiertag, wofür ihm Einwohner des Dorfes abwechselnd die "Ostermahlzeit" geben mußten. 9 Hofbesitzer waren verpflichtet, zu der im 15. Jahrhundert von Peter und Friedrich von Rebitz gestifteten Redwitzer Frühmesse, "Engelmesse" genannt, jährlich 55 Groschen zu zinsen.

Im Jahr 1549 verlieh Christoph von Rebitz auf Grub den Pfaffenreuthern das Afterlehen Weißenbach, eine nahe beim Dorf liegende Öde.

 

 

Während des 30jährigen Krieges zogen oft kaiserliche oder schwedische Truppen durch Pfaffenreuth oder quartierten sich ein. Dann mußten die Dorfbewohner für Verpflegung der Soldaten und für Pferdefutter sorgen. Es kam aber auch vor, daß gewalttätige Soldaten raubten, plünderten, Feuer anzündeten oder gar mordeten. Am 15. Tages 1645 wurde der Pfaffenreuther Bauersmann Jakob Schmiedel von einem betrunkenen kaiserlichen Reiter auf bestialische Weise gemartert und so schwer verletzt, daß er ein paar Stunden später starb.

Am 18. März 1656 fand in Wunsiedel die Erbhuldigung für den Markgrafen Georg Albrecht statt, wozu auch die Bewohner von Pfaffenreuth erscheinen mußten, da sie markgräfliche "Schutzverwandte" waren.

Seit alter Zeit waren die Bewohner von Pfaffenreuth verpflichtet, dem Redwitzer Pfarrinspektor den Getreide – und Flachszehent, sowie den Blutzehent, die 10. Gans und das 10. Lamm zu geben, außerdem das "Deputatsholz" nach Redwitz auszuführen. Sie hatten auch bestimmte Spannfronen zu leisten, z. B. im Jahr 1698 für den Kirchenbau in Pfaffenreuth.

Im Jahr 1708 erging aus Bayreuth ein hochfürstlicher Befehl, wonach bei dem "Kreuzweg" in Pfaffenreuth eine Säule mit dem "Bayreuther Patent" und ein "Schnellgalgen" aufgerichtet werden mußte. Im Jahr 1745 erscholl der Feuerruf durch das Dorf, das Haus des Hanns Rößler brannte ab.

Wegen der Fischerei im Weißenbach begann zwischen Redwitz und Pfaffenreuth ein Streit, der erst nach 16 Jahren zu Gunsten der Gemeinde Pfaffenreuth vom Lehenshof zu Amberg entschieden wurde.

Obwohl die Gemeinde Pfaffenreuth zum Kirchensprengel von Redwitz gehörte, bestellte sie zeitweise einen eigenen Schulhalter, z. B. von 1777 bis 1786 den Dörflaser Maurermeister Johann Matthes. Verschiedene Einwohner von Pfaffenreuth wurden seit früher Zeit auf die Bitte vom Redwitzer Bürgermeister als "Ratsbürger" aufgenommen, so z. B. Friedrich Fickelscher. Er war zuerst Weißbeck in Dörflas, übersiedelte nach Pfaffenreuth und wurde Ratsuntertan. Im Jahr 1667 kaufte er in Redwitz ein Grundstück in der Hofstatt, zog nach Redwitz und wurde hier Bürger. Auch sein Sohn Andreas Fickelscher der Ältere war Ratsuntertan und wurde im Jahr 1680in Redwitz als Bürger aufgenommen.

Im Jahr 1803 besetzten preußische Truppen Pfaffenreuth. Sie mußten aber im folgenden Jahr wieder abziehen, da Pfaffenreuth gemäß dem Staatsvertrag zwischen Preußen und Kurbayern vom 30. Juni 1803 Bayern einverleibt wurde. Die Besitzergreifung fand am 28. September 1804 durch den Landrichter von Waldsassen statt.

Wenn in Pfaffenreuth ein Einwohner starb, so hielten die Hinterbliebenen nach altem Herkommen den "Leichentrunk" in Redwitz. Als Pfaffenreuth aber bayerisch geworden war, wurde dies von den pfälzischen Behörden verboten.

Um diese Zeit begann zwischen den Gemeinden Redwitz und Pfaffenreuth ein Streit um den Besitz des "Pfaffenbühl-Holzes", eines vom Redwitzer Magistrat aufgeforsteten Waldstückes, in dem der evangelische Pfarrer zu Redwitz das Nutzungsrecht besaß, außerdem um das Pfaffenreuther Kirchenvermögen, daß etwa 200 fl betrug, herausgeben mußte. Im Jahr 1854 entschied das Landgericht in Waldsassen, daß das Pfaffenbühlholz der Gemeinde Pfaffenreuth zu übergeben sei. Es wurde am 15. Mai 1854 im Wirtshaus zu Pfaffenreuth an Dorfbewohner um 1151 Mk. Versteigert. Im Jahr 1860 besaß die Gemeinde Pfaffenreuth einen Grundbesitz von 30 Tagwerk, 18 Dezimal und 3 Weiher. Im Dorf standen 22 Wohnhäuser und Höfen mit Stadeln.

In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nahmen die Maulwürfe besonders in der Oberpfalz überhand. Deshalb wurden die Bauern aufgerufen, sich an der Jagd auf die grauen Grabtiere zu beteiligen. Im Jahr 1875 erlegten die Bewohner von Pfaffenreuth 373 Maulwürfe, wofür sie Prämien im Gesamtbetrag von 20 fl 12 kr erhielten.

Im Jahr 1880 gab es im Dorf Streit. Aus dem Überschuß der Gemeindekasse wurde an verschiedene Hofbesitzer ein Betrag von 1620 Mk. Verteilt, wobei jeder 90 Mk. bekam. Dies empörte die Dorfbewohner, die nichts erhielten, Sie klagten beim Verwaltungsgerichtshof in München, der aber die Beschwerde abwies.

Im Jahre 1901 wurde eine Wasserleitung gebaut, die Anfang der 60iger Jahre erneuert und erweitert wurde.

Da das Gemeindehaus den Anforderungen nicht mehr genügte, ließ es der Gemeindeausschuß durch den Maurermeister Josef Söllner von der Ziegelhütte ( bei Marktredwitz ) im Jahr 1907 umbauen. Im Jahr 1912 bestellte man den Einwohner Michael Hölzel auf 3 Jahre zu Haltung eines Zuchtstieres für Pfaffenreuth und Manzenberg , wofür der 130 Mk. Vergütung bekam.

Im 1. Weltkrieg mußten auch einige Einwohner von Pfaffenreuth ihr Leben für das Vaterland opfern. Für sie wurde am 4. August 1929 im Dorf ein Kriegerdenkmal enthüllt.

Anfang der 30iger Jahre wurde das erste öffentliche Telefon installiert. Es befand sich im Wirtshaus.

Auch der zweite Weltkrieg hinterließ tiefe Spuren. Viele Männer kehrten vom Krieg und der Gefangenschaft nicht mehr zurück.

Mitte der 50iger Jahre wurde die Straße hinter der Kirche gebaut.

Ende der 60iger Jahre wurde der Pfaffenbühl mit der Firma Baumüller nach Marktredwitz eingemeindet.

Im Jahr 2008 wird mit dem Bau eines Abwassertrennsystems begonnen, wobei auch Teile der maroden Wasserleitung erneuert werden und die oberirdischen Stromleitungen ins Erdreich verlegt werden (s. Bilder Kanalbau).

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 03. Mai 2011  

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