FFW Pfaffenreuth

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FFW Pfaffenreuth Eingemeindung

25 Jahre Eingemeindung zu Marktredwitz


Die Gebietsreform des Jahres 1972 brachte große strukturelle Veränderungen.

Viele vormals eigenständige Gemeinden wurden in naheliegende Zentralorte integriert. Dieser Prozess lief nicht immer ohne Probleme und Widersprüche ab, besonders dort, wo nicht nur Orts- und Kreis-, sondern auch Bezirksgrenzen von den Neuerungen berührt wurden. Auch am südlichen Rand des Marktredwitzer Ortsgebietes wurden solche weiterreichenden Grenzkorrekturen erforderlich.

Die Stadt Marktredwitz hatte sich bereits ein paar Jahre zuvor in das Gebiet der Oberpfalz hinein ausgebereitet. Das Gelände der Firma Baumüller ABM und des Marktredwitzer Schwimmbades waren zur Arrondierung des Stadtgebietes aus den Gemeinden Lengenfeld bzw. Waldershof an Marktredwitz abgetreten worden. Da das im Süden der Stadt anschließende Lengenfeld nach den Kriterien der Gebietsreform ohnehin nicht als eigenständige Gemeinde bestehen bleiben sollte, erschien es als logische Fortsetzung, im Rahmen der Gebietsrefom auch die anschließenden Gemeinden Pfaffenreuth, Manzenberg und Reutlas nach Marktredwitz einzugliedern.

Insgesamt hatte die Gemeinde Lengenfeld zu diesem Zeitpunkt 429 Einwohner, wovon 132 auf Lengenfeld, 53 auf Manzenberg, 148 auf Pfaffenreuth und 96 auf Reutlas entfielen.

Argumente für die Gemeindezusammenlegung gab es genug. Man führte die wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen der Dörfer mit Marktredwitz an, etwa im Einkaufsbereich oder bei Nutzung kultureller Einrichtungen wie der Volkshochschule oder der Stadtbücherei. Im Verwaltungsbereich, was die Schulsprengeleinteilung oder die Wasserversorgung anging, bestanden ohnehin seit längerer Zeit Verbindungen. Auch kirchlich waren die drei Dörfer von jeher Bestandteile der Marktredwitzer Pfarreien. Damit definierte sich Marktredwitz eindeutig als Versorgungszentrum der naheliegenden drei Dörfer.

Allerdings lag auch eine Verbindung mit dem nächstmöglichen Oberpfälzer Kleinzentrum, der Gemeinde Waldershof, im Bereich des Möglichen.

Am 12.01.1973 wurde in den vier Ortsteilen der Gemeinde Lengenfeld über die künftige Zugehörigkeit nach Redwitz oder Waldershof abgestimmt.

Das Ergebnis war folgendermaßen: Manzenberg stimmte mit 36 : 0 Stimmen für eine Eingliederung nach Marktredwitz; das Ergebnis in Reutlas waren 59 :0; in Pfaffenreuth 72:6 Stimmen für eine Eingliederung Marktredwitz. Der Ortsteil Lengenfeld stimmte mit 83:12 Stimmen für eine Eingemeindung nach Walderhof.

Damit hatte sich der weitaus überwiegende Teil aus den Gemeinden Pfaffenreuth, Manzenberg und Reutlas für eine Eingliederung zur Stadt Marktredwitz entschieden, der Ortsteil Lengenfeld mit ebenfalls deutlicher Mehrheit für eine Zugehörigkeit nach Waldershof.

Hans-Achaz von Lindenfels, Oberbürgermeister der Stadt Marktredwitz und Alfons Grillmeier, Bürgermeister der Gemeinde Lengenfeld, nahmen Verhandlungen über mögliche Details der Eingemeindung auf, etwa über die Aufteilung der Schlüsselzuweisungen, die Ausgestaltung der Wasserversorgung oder die Organisation der Freiwilligen Feuerwehr.

Am 11. 2. 1973 beschloss der Gemeinderat Lengenfeld in geheimer Abstimmung, die Ortschaften Pfaffenreuth, Manzenberg und Reutlas nach Marktredwitz einzugliedern.

Dafür mussten eine Reihe Einzelpunkte für die künftigen Ortsteile der Stadt Marktredwitz geregelt werden.

Beispielsweise verpflichtete sich die Stadt Marktredwitz, die bestehende Wasserversorgungsanlage für das Gebiet von Pfaffenreuth als gesonderte Anlage weiterzubetreiben, solange die Versorgung mit dieser Anlage gewährleistet sein würde.

Den Feuerschutz sollte wie bisher die freiwillige Feuerwehr Lengenfeld übernehmen, die bestehende Feuerwehrorganisation und damit der eigenständige Löschzug Pfaffenreuth wie bisher beibehalten bleiben.

Die Feuerwehrhäuser wurden in das Gemeindevermögen einbezogen. Auch Pflege und Verbesserung der Gemeindeverbindungswege waren Bestandteil dieser Vereinbarung.

Die Verhandlungen zwischen Marktredwitz und Lengenfeld blieben nicht ohne Widerspruch. Sowohl die Stadt Waldershof, die sich von der Eingliederung der gesamten Gemeinde Lengenfeld Stärkung als Kleinzentrum erhofft hatte, wie auch der Bezirk Oberpfalz protestierten gegen die Ausweitung der Stadt Marktredwitz nach Süden, unter anderem mit dem Argument, dass die ländlich strukturierten Gemeinden eher im Verbund einer ländlich orientierten, dazu noch in der Oberpfalz gelegenen Kommune verbleiben als in die Stadt Marktredwitz überwechseln sollten.

Längerdauernde kontroverse Verhandlungen waren nötig, bis schließlich 1975 die Verträge unterzeichnet werden konnten.

Am 01.05.1976 wurde der Eingemeindungsvertrag wirksam. Otto Kunz aus Pfaffenreuth, zuvor zweiter Bürgermeister der Gemeinde Lengenfeld, übernahm die Aufgabe, die neuen Ortsteile im Marktredwitzer Stadtrat zu vertreten. In dieser Funktion setzte er sich vielfältig für die Belange der Gemeinde Pfaffenreuth ein.

Nicht jede im Zuge der Gebietsreform angedachte Maßnahme für Pfaffenreuth konnte in der geplanten Form verwirklicht werden. Es ist jedoch gelungen, die dörfliche Struktur des Ortes am Rande des Naturschutzgebietes Ödweißenbach und damit seinen unverwechselbarer Charakter im wesentlichen zu erhalten. Damit einher geht eine funktionierende Dorfgemeinschaft, die wesentlich von der Pfaffenreuther Feuerwehr-Ortsgruppe mitgetragen wird.

Zentrum und Wahrzeichen des Ortsteils Pfaffenreuth ist bis heute die Auferstehungskirche, eine Kirche mit differenzierter und ungewöhnlicher Geschichte, die auch in ihrer Architektur zum Ausdruck kommt. Wallfahrtskirche mit Patrozinium zu den vierzehn Nothelfern, später Filialkirche von Redwitz mit barocker Ausstattung, war es ein besonderes Fest für Pfaffenreuth, als die schöne kleine Orgel aus dem 18. Jahrhundert 1982 restauriert und wieder instand gesetzt wurde.

Damit konnten in Pfaffenreuth neben Gottesdiensten auch Konzerte abgehalten werden. Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Kirche war die Ausstattung mit einem neuen Geläut, nachdem die erst 1939 angeschafften Glocken im Zweiten Weltkrieg demontiert und eingeschmolzen worden waren. Eine Initiative von Otto Kunz bei "Jetzt red i" sorgte für einen Zuschuss aus München und eine Spendenaktion. Im Advent 1997 konnten die Glocken eingeweiht werden.

 


 

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